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Auto Occasion kaufen in der Schweiz

Occasions auto kaufen in der Schweiz: die wichtigste Checkliste vor dem Kauf

Ein Occasions auto zu kaufen kann sich in der Schweiz richtig lohnen. Viele Fahrzeuge sind gut gepflegt, regelmässig gewartet und deutlich günstiger als ein Neuwagen. Trotzdem gilt: Nicht jedes schöne Auto ist automatisch ein guter Kauf.
Versteckte Mängel an Reifen, Bremsen, Motor, Getriebe, Elektronik oder Karosserie können schnell teuer werden. Deshalb lohnt es sich, das Fahrzeug vor dem Kauf ruhig und gründlich zu prüfen.
Diese Checkliste hilft Ihnen, beim Kauf eines Occasions autos in der Schweiz die wichtigsten Punkte im Blick zu behalten.

1. Karosserie bei Tageslicht prüfen

Schauen Sie das Auto immer bei gutem Tageslicht an. So erkennen Sie Farbunterschiede, Lackschäden, Kratzer, Dellen oder nachlackierte Stellen deutlich besser.

Achten Sie besonders auf:

  • ungleichmässige Spaltmasse bei Türen, Motorhaube und Kofferraum;
  • Rost an Schwellen, Radläufen und Unterboden;
  • sichtbare Reparaturspuren;
  • unterschiedliche Lacktöne;
  • schlecht sitzende Karosserieteile.

Kleine optische Mängel sind nicht zwingend ein Problem, können aber ein Argument für eine Preisverhandlung sein. Bei schlecht reparierten Unfallschäden sollten Sie hingegen sehr vorsichtig sein.

2. Scheiben, Scheinwerfer und Leuchten kontrollieren

Die Frontscheibe sollte keine Steinschläge oder Kratzer im Sichtfeld haben. Auch Scheinwerfer, Rücklichter, Blinker und Reflektoren müssen sauber, dicht und unbeschädigt sein.
Matte Scheinwerfer oder beschädigte Leuchten können die Sicherheit beeinträchtigen und bei der MFK zu Beanstandungen führen.

3. Reifenprofil und Reifenalter prüfen

In der Schweiz beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe 1,6 mm. Für sicheres Fahren ist aber mehr Profil empfehlenswert.

Als Faustregel gilt:

  • Sommerreifen: mindestens 3 mm Profil;
  • Winterreifen: mindestens 4 mm Profil;
  • Reifen älter als 5 Jahre: genau prüfen oder ersetzen lassen.

Schauen Sie auch, ob die Reifen einseitig oder ungleichmässig abgefahren sind. Das kann auf Probleme mit Spur, Fahrwerk, Stossdämpfern oder Lenkung hinweisen.

Das Reifenalter erkennen Sie an der DOT-Nummer. Beispiel: 4319 bedeutet, dass der Reifen in der 43. Woche des Jahres 2019 hergestellt wurde.

4. Serviceheft und Rechnungen verlangen

Ein vollständiges Serviceheft ist beim Occasionskauf sehr wichtig. Es zeigt, ob das Fahrzeug regelmässig gewartet wurde und ob wichtige Arbeiten rechtzeitig erledigt worden sind.

Fragen Sie nach Rechnungen für:

  • Servicearbeiten;
  • Bremsen;
  • Reifen;
  • Zahnriemen oder Steuerkette;
  • Klimaanlage;
  • grössere Reparaturen.

Ein gepflegtes Fahrzeug mit nachvollziehbarer Historie ist meist die bessere Wahl als ein günstiges Auto ohne klare Unterlagen.

5. Zahnriemen oder Steuerkette abklären

Falls das Fahrzeug einen Zahnriemen hat, muss dieser gemäss Herstellervorgabe ersetzt werden. Je nach Modell liegt das Intervall oft bei etwa 8 Jahren oder 120’000 km, kann aber abweichen.

Ein gerissener Zahnriemen kann einen schweren Motorschaden verursachen. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf prüfen:

  • ob das Auto Zahnriemen oder Steuerkette hat;
  • wann der Zahnriemen zuletzt ersetzt wurde;
  • bei welchem Kilometerstand der Wechsel erfolgt ist;
  • ob eine Rechnung vorhanden ist.

Steht der Zahnriemenwechsel bald an, sollte das im Kaufpreis berücksichtigt werden.

6. Motor auf Warnzeichen prüfen

Der Motor sollte sauber laufen, ohne ungewöhnliche Geräusche, starken Rauch oder auffällige Gerüche. Kontrollieren Sie, ob Öl oder Kühlflüssigkeit austritt.

Warnzeichen können sein:

  • Ölspuren im Kühlwasser;
  • weisser Rauch aus dem Auspuff;
  • unruhiger Motorlauf;
  • Ölverlust;
  • übermässige Temperaturanzeige;
  • Warnleuchten im Cockpit.

Öl im Kühlwasser kann auf ein Problem mit der Zylinderkopfdichtung oder eine andere teure Reparatur hinweisen. In diesem Fall sollte ein Fachbetrieb das Auto prüfen.

Wichtig: Öffnen Sie den Kühlmittelbehälter nie bei heissem Motor. Das System steht unter Druck.

7. Klimaanlage testen

Die Klimaanlage ist nicht nur im Sommer wichtig. Im Winter hilft sie auch gegen beschlagene Scheiben, weil sie die Luft entfeuchtet.

Stellen Sie die Klimaanlage auf die tiefste Temperatur und prüfen Sie, ob rasch kühle Luft aus den Düsen kommt.

Achtung bei:

  • schwacher Kühlung;
  • muffigem Geruch;
  • Klickgeräuschen ohne Kühlleistung;
  • lauter Lüftung;
  • beschlagenen Scheiben trotz eingeschalteter Anlage.

Reparaturen an der Klimaanlage können teuer werden, besonders wenn Kompressor oder Leitungen betroffen sind.

8. Lenkung und Fahrverhalten testen

Eine Probefahrt ist beim Kauf eines Fahrzeugs Pflicht. Auf einer ruhigen, geraden Strasse sollte das Auto sauber geradeaus fahren. Zieht es nach links oder rechts, kann das auf Reifen, Spur oder Fahrwerksprobleme hindeuten.

Prüfen Sie während der Fahrt:

  • Spiel im Lenkrad;
  • Vibrationen bei bestimmten Geschwindigkeiten;
  • Geräusche beim Einlenken;
  • Ziehen beim Bremsen;
  • unruhiges Fahrverhalten.

Klopf- oder Knackgeräusche können auf ausgeschlagene Fahrwerksteile, Antriebswellen oder Lager hinweisen.

9. Getriebe und Kupplung prüfen

Bei einem Schaltgetriebe sollten alle Gänge leicht und ohne Kratzen einrasten. Auch der Rückwärtsgang sollte sauber funktionieren.
Die Kupplung sollte einen klaren Druckpunkt haben und nicht rutschen. Wenn der Motor hochdreht, das Auto aber kaum beschleunigt, kann die Kupplung verschlissen sein.
Bei einem Automatikgetriebe müssen die Gangwechsel weich und ohne starke Rucke erfolgen. Verzögerungen, Schläge oder ruckartiges Schalten sind Warnzeichen.

10. Bremsen kontrollieren

Die Bremsen müssen gleichmässig und zuverlässig reagieren. Beim Bremsen darf das Auto nicht zur Seite ziehen.

Achten Sie auf:

  • quietschende Bremsen;
  • Vibrationen am Lenkrad;
  • pulsierende Bremspedale;
  • lange Bremswege;
  • Rost oder tiefe Rillen an Bremsscheiben;
  • schwammiges Pedalgefühl.

Testen Sie auch die Handbremse, wenn möglich an einer leichten Steigung.

11. Elektronik und Kontrolllampen prüfen

Moderne Autos haben viele elektrische und elektronische Systeme. Defekte können schnell teuer werden.

Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf:

  • Licht und Blinker;
  • Scheibenwischer;
  • elektrische Fensterheber;
  • Sitzverstellung;
  • Infotainment;
  • Rückfahrkamera;
  • Parksensoren;
  • Assistenzsysteme;
  • Heizung und Klimaanlage.

Beim Starten leuchten viele Kontrolllampen kurz auf. Nach dem Motorstart sollten sie wieder erlöschen. Eine dauerhaft rote Warnlampe ist ein ernstes Signal. Auch gelbe Warnlampen sollten vor dem Kauf abgeklärt werden.

12. MFK und Fahrzeugprüfung beachten

In der Schweiz ist die Motorfahrzeugkontrolle, kurz MFK, ein wichtiger Punkt beim Kauf von Gebrauchtwaren. Eine frische MFK ist positiv, aber keine Garantie dafür, dass das Auto mängelfrei ist.
Die MFK zeigt nur, dass das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Prüfung die Mindestanforderungen erfüllt hat.
Ideal ist ein Occasions auto mit möglichst aktueller MFK. Wenn die letzte Prüfung schon länger zurückliegt, sollten Sie besonders genau hinschauen oder eine unabhängige Kontrolle verlangen.

13. Kaufvertrag genau lesen

Ein sauberer Kaufvertrag schützt Käufer und Verkäufer. Er sollte alle wichtigen Angaben enthalten:

  • Name und Adresse von Käufer und Verkäufer;
  • Fahrzeugdaten;
  • Kilometerstand;
  • Kaufpreis;
  • Übergabedatum;
  • Zubehör;
  • bekannte Mängel;
  • Garantie oder Gewährleistung;
  • besondere Vereinbarungen.

Mündliche Versprechen reichen nicht. Alles, was wichtig ist, sollte schriftlich festgehalten werden.

Kurze Checkliste vor dem autokauf

Vor dem Kauf sollten Sie diese Punkte erledigen:

  • Auto bei Tageslicht geprüft;
  • Karosserie und Rost kontrolliert;
  • Scheiben und Lichter geprüft;
  • Reifenprofil und Reifenalter kontrolliert;
  • Serviceheft und Rechnungen gesehen;
  • Zahnriemen oder Steuerkette abgeklärt;
  • Motor auf Geräusche und Lecks geprüft;
  • Klimaanlage getestet;
  • Probefahrt gemacht;
  • Lenkung und Fahrverhalten geprüft;
  • Getriebe und Kupplung getestet;
  • Bremsen kontrolliert;
  • Elektronik geprüft;
  • MFK-Datum kontrolliert;
  • Kaufvertrag sorgfältig gelesen.

Gebrauchtes Auto in der Schweiz sicher kaufen

Ein Occasions auto ist oft eine sehr gute Wahl, wenn Zustand, Servicehistorie und Preis zusammenpassen. Nehmen Sie sich vor dem Kauf genügend Zeit, stellen Sie Fragen und lassen Sie sich Unterlagen zeigen.
Elia Autohandel Schweizunterstützt Sie beim Kaufen und Verkaufen von fahrzeugen in der Schweiz. Ob Sie ein Auto kaufen, verkaufen oder den richtigen Ansprechpartner in Ihrer Region suchen: Eine transparente Beratung hilft, teure Überraschungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zum Kauf eines Gebrauchtwagens in der Schweiz

Wie viel Reifenprofil sollte ein gebrauchtwagens haben?

Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm. Empfohlen sind mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen.

Ist eine frische MFK eine Garantie?

Nein. Eine frische MFK ist ein gutes Zeichen, ersetzt aber keine gründliche Prüfung des Fahrzeugs.

Was ist beim Serviceheft wichtig?

Wichtig sind regelmässige Einträge, nachvollziehbare Kilometerstände und Belege für grössere Arbeiten wie Zahnriemen, Bremsen oder Klimaanlage.

Sollte man immer eine Probefahrt machen?

Ja. Ohne Probefahrt sollten Sie kein Occasions auto kaufen. Nur während der Fahrt erkennen Sie viele Probleme mit Lenkung, Bremsen, Getriebe oder Fahrwerk.

Kann man den Preis verhandeln, wenn Mängel vorhanden sind?

Ja. Abgenutzte Reifen, fällige Wartungen, alte Bremsen oder fehlende Unterlagen sind gute Gründe für eine faire Preisverhandlung.

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